Der Postkartenblick

Wer kennt es nicht, dass Erstaunen und Schmunzeln beim Blättern in Fotoalben. Plötzlich wird längst Vergessenes lebendig, lernt der Betrachter Familiengeschichte von ganz neuen Seiten kennen. Ein Fotoalbum der besonderen Art hat Holger Naumann mit „Ein seltener Blick aufs alte Dresden“ zusammengestellt. Ein „Album“, das das alte Dresden in den vielfältigsten Facetten zeigt. Denn Holger Naumann hat aus einer unendlichen Fülle an historischen Ansichtskarten, die für sein Buch ausgewählt, die den Leser auf einen sehr unterhaltsamen Bummel durch Dresden vor über 100 Jahren mitnehmen können. Dabei ist ihm gut gelungen, die historischen Ansichten so auszuwählen, dass sie auch heute noch zuzuordnen sind – trotz der vielen baulichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten.  Im Vorwort gibt der Autor dazu Auskunft über die Geschichte der Postkarte, auch, wann und warum sie entstanden. Festgehalten wurde so ziemlich jedes große Ereignis der Stadt – von königlichen Paraden bis Großbränden, wie den der Dresdner Vogelwiese am 2. August 1909. Dann darf der Betrachter schwelgen in Motiven von den schönen Gebäuden und Plätzen der Stadt – Semperoper, Zwinger, Brühlsche Terrasse, Theaterplatz, Postplatz. Er kann sehen, wie prachtvoll manche Straßenbahnhaltestelle gestaltet und das Dresden eine wunderschöne Gartenstadt war. Und er lernt die Vergangenheit der unterschiedlichsten Stadtteile kennen. Schließlich wird auch manche Besonderheit der Stadt bildhaft. Ein Buch – nicht nur für Nostalgiker.